Lissabon 1 {Travel}

Wie ich euch hier schon versprochen habe, gibt es in diesem Monat eine neue Kategorie auf ihmeblau. Und die beschäftigt sich mit etwas, was ich leider viel zu selten, aber dafür umso leidenschaftlicher mache: Reisen! Unter der Kategorie „Travel“ findet ihr zukünftig Beiträge zu diesem Thema.

Und wir beginnen gleich mit einer Stadt, die schon seit längerem ganz oben auf meiner Liste stand, und das, wie ich jetzt weiß, auch völlig zurecht: Lissabon!
Während meiner Reisevorbereitungen im Vorfeld ahnte ich schon, dass ich Lissabon mehr als toll finden würde, und ich war noch keine 2 Stunden vor Ort, da war es um mich geschehen: „Lisbon – you’ve got me.“
Ich muss vielleicht im Vorfeld sagen, dass mich ganz gewöhnliche „Touri-Highlights“ und Routen eher abschrecken und ich beim Reisen alternativ unterwegs bin und mich nicht an Reiseführerrouten und Tripadvisor-Tipps halte, sondern mich viel lieber treiben lasse und versuche, die Stadt etwas mehr als „Einheimischer-auf-Zeit“ zu erspüren.

Ihr bekommt von mir, aufgeteilt auf 2 Beiträge, meine Top 10 in Lissabon. Sachen und Orte, die mir an Lissabon einfach sehr gut gefallen haben. Ich würde mich am liebsten sofort wieder in den Flieger setzen..

Beginnen werden wir mit einem Klassiker, den vielen wunderschönen Miradouros in Lissabon. Miradouro heißt im portugiesischen Aussichtspunkt und die von Lissabon gelten als die schönsten des Landes. Da Lissabon sehr hügelig ist (und nicht nur in dieser Hinsicht sehr an San Francisco erinnert), gibt es über die gesamte Stadt verteilt zahlreiche Aussichtspunkte mit wunderschönen Ausblicken. Lasst euch einfach treiben, dann werdet ihr früher oder später sicher auf einen Miradouro treffen, falls ihr aber gezielt nach ihnen suchen möchtet hier meine Top 3:

Der Miradouro de Santa Luzia

 

 

 

Der Miradouro Sophia de Mello Breyner Andresen

 

 

Der Miradouro de São Pedro de Alcântara

 

 

Einen anderen herrlichen „Aussichtspunkt“ zeige ich euch im zweiten Beitrag über Lissabon. Wie ihr seht, präsentiert sich euch Lissabon von jedem Miradouro anders, denn nach einem verheerenden Erdbeben im Jahre 1755 wurden 85% der Stadt zerstört und wieder aufgebaut. So hat das heutige Lissabon viele unterschiedliche Gesichter und die verschiedenen Stadtviertel („Bairro“) unterscheiden sich teilweise enorm voneinander.

So, herrliche Ausblicke haben wir auf der Liste abgehakt, was braucht man noch auf einer Reise? Richtig, eine nette Unterkunft. Wir haben uns für das Guesthouse Boho Cais do Sodré entschieden. Diese Unterkunft ist sicherlich nicht für jeden geeignet. Für uns war es prima, da die zentrale Lage und der Preis unschlagbar waren. Die An- und Abreise vom Flughafen haben einwandfrei geklappt und wir hatten einen super Ausgangspunkt, um die Stadt zu Fuß zu erkunden.
Das Haus, die Zimmer und die Gemeinschaftsräume an sich sind wunderschön in einem Mix aus Alt und Neu und mit einem Blick fürs Detail eingerichtet. Es gab ein Frühstück, das jeden Morgen im Gemeinschaftsraum frisch angerichtet wurde (aber sicherlich nicht mit einem Hotelbuffet mithalten kann). Meiner Meinung nach einziges Manko war die Lautstärke. Bucht man, wie wir, ein Einzelzimmer mit eigenem Bad, so ist man mit 2 weiteren Zimmern dieser Art auf einer Etage und hört von den anderen Gästen, sobald sie sich auf dem Flur aufhalten, ziemlich viel. Und die super Lage mit vielen umliegenden Restaurants und Bars ist in der Nacht doch durch sehr viel Lautstärke von draußen aufgefallen, und dabei waren wir unter der Woche und in der Nebensaison in Lissabon. Wer damit klar kommt ist im Boho Cais do Sodré bestens aufgehoben und wird sich wohlfühlen.

 

Kommen wir zu einem meiner absoluten Highlights: den Azulejos. Wenn ihr, wie ich, gerne fotografiert, kommt ihr in Lissabon generell kaum dazu die Kamera aus der Hand zu legen, aber diese Azulejos.. ich war und bin hin und weg. Diese farbenfrohe Fassadengestaltung aus Keramikfliesen ist typisch für Portugal und Lissabon und lässt sich ebenso im Innenraum der Gebäude finden. Ich finde es einfach wunderschön, welches Straßen- und Stadtbild sich durch die Azulejos ergibt, aber überzeugt euch selbst:

 

Wir haben uns auf den Miradouros einen Überblick verschafft, haben eine nette Unterkunft für die Nacht und mit den Azulejos eine Besonderheit Portugals kennengelernt. Jetzt haben wir Hunger!
Mehr durch Zufall sind wir gleich an unserem ersten Abend im Time Out Mercado da Ribeira gelandet. Und wenn ihr, wie wir, auf der Suche nach unkompliziertem aber sehr gutem Essen und einer unverschämt günstigen Flasche Wein dazu seid, dann seid auch ihr hier goldrichtig.
Der Mercado da Ribeira ist eine Markthalle mit langer Tradition in Lissabon, für die im Jahre 2010 ein neues Nutzungskonzept gefunden werden sollte. Seit der Neueröffnung 2014 läuft dieser nun unter der Regie des Magazins „Time Out“ und hat sich in einen großen Gourmet-Foodie-Himmel verwandelt. Das Konzept ist so einfach wie gut, zu moderaten Preisen findet man hier vereint an einem Platz Essen und Trinken von bekannten portugiesischen Küchenchefs wie Alexandre Silva, Henrique Sá Pessoa und Marlene Vieira und vielen mehr, die allesamt neben diesem kleinen Stand noch „richtige“ Gastronomie betreiben. Das Design ist schlicht in schwarz-weiß gehalten und wohl einfach stylisch zu nennen. Es ist natürlich nicht zu vergleichen mit dem kleinen Geheimtipp-Fischrestaurant in einer Seitengasse, sondern „nur“ ein großer Foodcourt mit 35 Ständen mit sehr gutem Essen, aber ihr sitzt hier mit Einheimischen, anderen Touris, Geschäftsleuten und Familien gemeinsam an den langen Hochtischen und uns hat es tatsächlich so gefallen, dass wir drei von vier Abenden hier gegessen haben.
Und die ursprünglichen Marktstände mit frischem Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch gibt es nach wie vor an jedem Tag der Woche, außer Sonntag, bis zur Mittagszeit rund um den neuen Time Out Mercado da Ribeira.

 

Frisch gestärkt können wir uns zum Abschluss des ersten Beitrags noch mal etwas durchaus aktiverem widmen. Einem absoluten Must-Do wenn ihr in Lissabon seid: nehmt euch wenigstens ein paar Stunden, gerne aber auch einen ganzen Tag, Zeit und lasst euch durch die Alfama treiben. Die Alfama, gelegen zwischen dem Castelo São Jorge und dem Tejo-Ufer, war und ist teilweise auch noch heute ein eher ärmlicheres Stadtviertel. Beim großen Erdbeben von 1755 erlitt es allerdings kaum Schäden und lässt euch zum größten Teil noch den ganz ursprünglichen Charme von Lissabon spüren. Ihr solltet unbedingt zu Fuß die vielen kleinen, labyrinthartig angelegten Gässchen dieses Viertels erkunden. Aber Achtung, wählt unbedingt das richtige Schuhwerk, natürlich ist es auch hier in der Alfama teilweise sehr steil.
Wir haben unseren Spaziergang durch die Alfama an der ältesten Kirche der Stadt, der Catedral Sé Patriarcial ohne feste Route begonnen und sind irgendwann am Castelo de São Jorge angekommen und von dort weiter zum Miradouro  Sophia de Mello Breyner Andresen spaziert und hatten einen wunderschönen Tag.

 

Im zweiten Teil zeige ich euch unter anderem einen weiteren wunderschönen Stadtteil Lissabons, mehr kulinarische Leckereien und ein ganz besonderes Gelände im Herzen von Lissabon.

C. ♥